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Fotografie

Allgemein

Wie man unschwer an unserer HP erkennen kann, bin ich ein wenig von der Fotografie angetan. Ich habe mit einer analogen Kamera vor Jahren meine ersten Bilder gemacht und musste mir vor manchem Drücken des Auslösers überlegen, brauche ich das Bild, stimmt die Einstellung von Blende und Zeit, reicht die Empfindlichkeit des Filmes und ist alles auf dem Bild zu sehen.

Mittlerweile hat das digitale Zeitalter den Markt für Spiegelreflexkameras erobert. Man kann viele Bilder machen, dank billiger Speicherkarten und die Bilder, die nicht gelungen sind werden gelöscht. Das verleitet natürlich viele Leute dazu sich eine Kamera zu kaufen. Kaum ist die Kamera ausgepackt und die ersten Bilder sind gemacht, merkt man dass die Ergebnisse eigentlich nicht so sind, wie man es sich das vorgestellt hat und in Foren wird dann gefragt, welche Einstellung an der Kamera vorgenommen werden müssen um bestimmte Bilder zu machen. Weil es dazu eigentlich keine Antwort gibt, da viele Faktoren eine Rolle spielen, möchte ich an dieser Stelle mal die wichtigsten Einstellungen einer Kamera erklären, ein paar persönliche Erfahrungen weitergeben und hoffe dem ein oder anderen damit zu helfen. Ich habe die einzelnen Faktoren und deren Einfluss untereinander kurz beschrieben, für den der mehr wissen gibt’s noch ein paar Links.

Die Hauptfaktoren beim Fotografieren sind Blende, Belichtungszeit und die Empfindlichkeit. Früher war die Empfindlichkeit immer fest vorgegeben durch den eingelegten Film. Heute bei den digitalen Kameras kann die Empfindlichkeit jeder Zeit geändert werden, was natürlich enorme Vorteile hat.

Blende

Mit der am Objektiv eingebauten Blende wird eingestellt wieviel Licht auf den Bildsensor (früher Film) kommt. Die Blende kann man sich wie ein veränderbares lichtdurchlässiges Loch vorstellen. Ist dessen Durchmesser groß kommt viel Licht, ist der Durchmesser klein kommt wenig Licht auf den Bildsensor. Mit der Blende wird auch die Schärfentiefe beeinflußt.

Blende
Blende
Schärfentiefe
Schärfentiefe

Belichtungszeit

Mit dem in der Kamera eingebauten Belichtungsmesser, wird die Zeit (Verschlusszeit) errechnet, die benötigt wird um das Bild korrekt zu belichten, d.h. dass dieses nicht zu hell oder zu dunkel wird.

Empfindlichkeit

Wie die Verschlusszeit wird auch die Empfindlichkeit an der Kamera selbst eingestellt. Die Empfindlichkeit kann man bei den meisten Kameras in folgenden Schritten einstellen … ISO 100, ISO 200, ISO 400, ISO 800 ... d.h. bei ISO 100 wird will Licht, bei ISO 800 weniger Licht benötigt um das Bild exakt zu belichten.

Fazit

Bei den heutigen Kameras kann man die Programmautomatik einschalten, dann werden Blende, Belichtungszeit und meistens auch die Empfindlichkeit (in gewissen Grenzen) in der Kamera errechnet und eingestellt. Das alles ist für den Fotografen eigentlich sehr gut, weil jedes Bild in der Regel optimal belichtet ist, und man könnte an diesen Punkt das Thema beenden. Leider stellt man natürlich mit der Zeit fest, das Bild vom laufenden Hund oder der rennenden Kinder ist unscharf, beim Blumenbeet sind nur die Blumen in der Mitte scharf oder das fertige Bild ist ein wenig krisselig.

Nun stellt sich die Frage warum sind diese Bilder so geworden ?

Der laufende Hund wurde unscharf, weil die die Verschlusszeit zu lange war. Die Blumen wurden nicht alle scharf, weil die Blendenöffnung zu groß war. Das fertige Bild wurde krisselig, weil die Empfindlichkeit zu hoch war. Ich will jetzt die Auswirkung der Faktoren, einzelnen und später ihr Zusammenhang untereinander, erklären.

Auswirkung Blende

Mit der Blende kann man zwei Faktoren beeinflussen :

die Verschlusszeit :

  1. mit einer großen Blendenöffnung erziehlt man eine kurze Verschlusszeit
  2. mit einer kleinen Blendenöffnung erziehlt man eine lange Verschlusszeit

die Schärfentiefe :

Mit der Blende kann man festlegen, welche Bereiche im Bild scharf, bzw. unscharf erscheinen soll.

  1. Bei einer kleinen Blendenöffnung wird der Bereich welcher vor und hinter dem fokussierten Objekt scharf erscheinen soll größer
  2. mit einer großen Blendenöffnung wird dieser Bereich kleiner

Faustregel :

  1. je kleiner die Blendenöffnung, um so länger die Verschlusszeit und um so größer die Schärfentiefe
  2. je größer die Blendenöffnung, um so kürzer die Verschlusszeit und um so geringer die Schärfentiefe

Auswirkung Belichtungszeit

Mit kurzen Belichtungszeiten kann man Bewegungen einfrieren. Für bewegte Objekte sollte die Belichtungszeit nicht länger als 1/500 sein (richtet sich natürlich auch danach wie schnell sich das Objekt bewegt), für Fotos aus der Hand von nicht bewegten Objektiven reicht in der Regel 1/60 oder 1/125. Für Objektive mit kurzer Brennweite kann die Verschlusszeit länger gewählt werden, als für Objektive mit langer Brennweite.

Faustregel :

  1. je schneller das zu fotografierende Objekt, um so kürzer die Belichtungszeit
  2. je länger die Brennweite des Objektivs, je kürzer die Belichtungszeit ( 1/60 für 50mm Brennweite, 1/500 für 300mm Brennweite).Bei Kameras bzw. Objektive mit einen Bildstabilisator kann die Verschlusszeit auch um ca. 3 Stufen kürzer gewählt werden.

Wichtig : Mit den Bildstabilisatoren wird nur das unruhige Halten der Kamera vom Fotografen ausgeglichen, nicht die Bewegungsunschärfe eines Objektes.

Auswirkung Empfindlichkeit

Mit der Empfindlichkeit legt man fest ob viel oder wenig Licht benötigt wird um das Bild korrekt zu belichten. Mit ISO 100 wird viel Licht, mit ISO 800 weniger Licht benötigt.

  1. je höher die Empfindlichkeit gewählt wird um so stärker muss der Bildsensor das einfallende Licht verstärken
  2. Je mehr der Bildsensor das Licht verstärken muss um so krisseliger wird das Bild. (man sagt das Bild ist verrauscht)

Alle Faktoren zusammen

Wie man unschwer erkennen hat jede Änderung eines Faktors Einfluss auf die anderen Faktoren. Eine große Blendenöffung hat eine kurze Verschlusszeit zur Folge, bzw. ich benötige einen kleinere Empfindlichkeit für die korrekte Belichtung. Eine kleine Blendenöffung hat eine lange Verschlusszeit zur Folge, bzw. ich benötige einen höhere Empfindlichkeit für die korrekte Belichtung. Solange die Kamera im Automatikmodus steht hat der Fotograf keinen direkten Einfluss auf diese Faktoren und muss das fertige Bild so nehmen wie es ist.
Die meisten Kameras haben nun natürlich noch verschiedene Motivprogramme, welche gezielt nur einen der Faktoren beeinflussen.

zum Beispiel :

  1. Motivprogramm Sport: die Kamera wählt gezielt nur kurze Belichtungszeiten.
  2. Motivprogramm Landschaft : die Kamera wählt gezielt lange Belichtungszeiten
  3. Motivprogramm Portrait: die Kamera wählt gezielt nur kleine Blendenöffnungen

Hier noch eine kleine Grafik um den Zusammenhang zu veranschaulichen

Blende

Wie ich es mache
Ich stelle die Empfindlichkeit immer wir folgt ein :

  1. Tageslicht und Sonne unabhängig vom Motiv immer ISO 100
  2. Tageslicht und klarer Himmel ISO 100 oder ISO 200
  3. Tageslicht, klarer Himmel und bewegten Objekten ISO 800 und höher
  4. Bei Agi-Hallenturnieren ISO 6400 oder ISO 1600 und höher

Ich wähle nie ein Motivprogramm sondern immer die Betriebsart Av (einstellen der Blende)

  1. Wenn ich nun eine kurze Belichtungszeit will, wähle ich immer eine große Blendenöffnung und beachte nicht wie sich dies auf die Schärfentiefe auswirkt
  2. Wenn ich nun eine große Schärfentiefe will, wähle ich immer eine kleine Blendenöffnung und beachte nicht wie sich dies auf die Belichtungszeit auswirkt

Zum Abschluss noch ein paar Bilder und Info’s dazu

Bild
Fokus auf den kleinen Hund und Blende 4, Hintergrund wird unscharf.
Bild
Fokus auf den grossen Hunde und Blende 4, Vordergrund wird unscharf
Leopard
Dieses Bild wurde im Zoo Neunkirchen gemacht. Objektiv 135mm, bei Blende 2,8. Zwischen mir und dem Leoparden war noch ein Zaun, durch das starke Ablenden ist dieser total verschwunden.



Auswirkung Verschlusszeit

Wasserfall
durch eine kurze Verschlusszeit wird das Motiv eingefroren
Wasserfall
im Gegensatz dazu ein Wasserfall fotografiert mit langer Verschlusszeit

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