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MDR1 Gendefekt in der Blut-Hirn-Schranke

Bereits seit zwanzig Jahren ist bekannt, dass einige Hunderassen, insbesondere der Collie, eine auffallende Überempfindlichkeit gegenüber manchen Arzneistoffen wie z.B. dem Antiparasitikum Ivermectin zeigen. Im Falle des Ivermectin treten dabei bereits bei einer Dosierung von 100-150 µg/kg Körpergewicht neurotoxische Symptome, wie Bewegungs- und Koordinationsstörungen, Zittern, Benommenheit, Erbrechen, Desorientiertheit und vermehrter Speichelfluss auf. Ab einer oralen Dosis von 200 µg/kg Körpergewicht kommt es zu komatösen Zuständen und sogar zum Tod des Tieres. Allerdings sind nicht alle Collies von dieser Problematik betroffen und vertragen wie andere Hunderassen auch bis zu 2000 µg Ivermectin/kg Körpergewicht ohne klinische Zeichen einer Vergiftung. Der genetische Hintergrund dieser individuell unterschiedlichen Ivermectin-Empfindlichkeit des Collies war bisher völlig unbekannt und wurde erst vor wenigen Jahren aufgeklärt.

Für den MDR1-Genotyp eines Hundes gibt es 3 verschiedene Möglichkeiten
MDR1 +/+  nicht betroffen
MDR1 +/-  Merkmalsträger
MDR1 -/-  Betroffen

MDR1 Verpaarungen mit möglichen Ergebnissen der Welpen
Verpaarung ( +/+ mit +/+) ergibt (+/+)
Verpaarung ( +/+ mit +/-) kann ergeben (+/+) , (+/-)
Verpaarung ( +/- mit +/- ) kann ergeben ( +/+) , (+/-), (-/-)
Verpaarung ( +/- mit -/-) kann ergeben ( +/-), (-/-)
Verpaarung (-/- mit -/- ) ergibt (-/-)


Liste der problematischen Arzneimittel-Wirkstoffe für Hunde mit dem MDR1 Gendefekt
Ivermectin, Loperamid, Doxorubicin, Vincristin, Vinblastin, Cyclosporin, Digoxin, Acepromazine, Butorphanol, Ondansetron, Domperodone Paclitaxel, Mitoxantrone, Etoposide, Selamectin (nur äußerlich, nie Oral oder als Injektion anwenden), Chinidin, Dexamethason, Sparfloxacin

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